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IRO-Weltmeisterschaft 2016

SV-Teilnehmerin Christa Steinborn
wird Vizeweltmeisterin

Rettungshundeteams aus aller Welt treffen sich in Italien

Die IRO-Weltmeisterschaft findet alljährlich großes Interesse im Kreis der aktiven Rettungshundeteams. In diesem Jahr ist der italienische Verband für Sport und Rettung „La Piota“ Ausrichter dieses weltweit größten Rettungshundesport-Events.

Die in der Turiner Metropole gelegene Stadt Caselette bot den Rettungshundeteams aus aller Welt die Möglichkeit zur Präsentation ihrer Hunde in der Fährten-, Flächen- und Trümmersuche.

Das von Mannschaftsführer Andreas Quint angeführte SV-Team startet mit 6 Teilnehmern in den Wettkampf. Drei davon sind aus Westfalen, und zwar:



koch2 steinborn sabrina gisela

Flächensuche
Claudia Koch mit
Itack vom Bödefeld

Fährtensuche
Christa Steinborn mit Djuma aus der Wallapampa
Sabrina Czaplewski mit Gisela vom Dorneburger Bach

Am Mittwoch treffen die letzten Teilnehmer in Caselette ein und lassen sich im dafür eingerichteten Base-Camp registrieren. Es ist noch Zeit genug, auf der eigens für die Vorbereitung aufgebauten Trainingsanlage den Hund auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Das landschaftlich reizvolle Umfeld bietet freilich auch Möglichkeiten für einen Spaziergang und wenigstens ein paar erholsame Stunden, wenn man nicht gerade mit dem Hund beschäftigt ist.

Die Offiziellen des Veranstalters und die Richter der IRO sind schon längst vor Ort, haben die Arbeitsflächen eingerichtet und den administrativen Bereich gecheckt. In der Mannschaftsführerbesprechung ist Zeit für Informationen zum Ablauf, zu den Geländeverhältnissen und auch zur Beurteilung. Die Präsentation von Unterordnung und Gewandtheit auf der eigens dafür vorbereiteten, etwas 1 km von der Basisstation entfernten Sportanlage vermittelt den Teilnehmern und Gästen einen ersten Eindruck zum Ablauf dieser Disziplin.

Die Zuschauerresonanz anlässlich der traditionellen Eröffnungsfeier hielt sich in Grenzen. Leider, denn der Einmarsch der Teilnehmer/innen und die Präsentationen, das bunte Fahnenmeer und die Rettungshundeteams hatten mehr Aufmerksamkeit verdient. Einige Eröffnungsansprachen folgen bis der IRO Präsident Markus Bock die 22. IRO WM in Caselette offiziell eröffnet.

Im Festzelt findet die Auslosung der Teilnehmerreihenfolge für alle Sparten statt. Mit 114 Startern (Fährte 16; Fläche 48, Trümmer 50) von 61 NRO aus 23 Ländern ist die Prüfung in allen Bereichen ausgelastet. Sicher ein hoher Anspruch an die Organisatoren, Helfer/innen und Richter/innen.

Der 1. Veranstaltungstag am Donnerstagmorgen Uhr beginnt ab 7:00 in allen Bereichen pünktlich. Die erste Fährte wird gelegt, die Fläche und Trümmer für das erste RH-Team vorbereitet.

Es ist ein steiler Anstieg auf dem Fußweg von der Basisstation bis zum Treffpunkt am Rand der ausgewählten Fläche für die Flächensuche. Der Hauptrichter Pavel Sabacky (CZ) erläutert das rd. 40.000 m² große, steil ansteigende Flächengelände, ein dicht bewachsenes Waldgebiet begrenzt durch Schluchten am östlichen und westlichen Rand, durch den Weg an der Grundlinie und eine markierte Begrenzung im Norden.

Eine Herausforderung für die SV-Bundessiegerin Claudia Koch mit ihrem Itack vom Bödefeld. Erschöpft und schweißdurchnässt berichtet sie uns von ihrer Arbeit. Von drei Versteckpersonen findet Itack leider nur zwei. Es hat in diesem Jahr leider nicht gereicht. Trotzdem ist sie stolz auf ihre Arbeit.

Ein kurzer Weg vom Basiscamp zur Trümmersuche. Das ca. 5.000 m² große, teilweise durch Flatterband abgegrenzte Gelände, ist interessant und durch eine Vielzahl von Versteckmöglichkeiten geprägt. Das schriftlich vorliegende Szenario übergibt der Hauptrichter Daniel Sedlak (CZ) der Dolmetscherin. Chipkontrolle durch die Beirichterin Resi Gerritsen (NL). Nach Bekanntgabe der Freigabe wird der Hund wird auf die Trümmer geschickt. 30 Minuten Zeit hat der Hund, die drei Versteckpersonen zu finden.

Zurück im Camp geht´s auf in das Fährtengelände. Die ca. 2.000 Schritt langen Fährten auf wechselndem Terrain und unterschiedlichen Böden stellen hohe Ansprüche an die dafür gemeldeten Hunde. Das 30 x 30 m große Stöbergelände bereitet den Teilnehmern keine Probleme. Vom Identifikationsgegenstand aus müssen die Hunde in sehr unterschiedlichen Geländestrukturen 8 Gegenstände finden und am Ende den Fährtenleger anzeigen. Die Hauptrichterin Charlotte Kranz und Beirichterin Astrid Laner und der mit dem GPS ausgerüstete Prüfungsleiter folgen den Hundeführern.

Als erste schafft die Vorjahressiegerin Christa Steinborn mit ihrer Djuma aus der Wallapampa mit 175 Punkten ein positives Ergebnis. Die Richterinnen sind beeindruckt von der Suchleistung auf sehr anspruchsvollem Gelände. Erst mit der letzten Fährte erreicht der spätere Sieger Peter Schüler mit 178 Punkten ein besseres Ergebnis. Leider kam unsere zweite Teilnehmerin aus Westfalen Sabrina Czaplewski mit Gisela vom Dorneburger Bach schon auf der ersten Geraden im Geländewechsel von der Fährte ab und erreichte das gesteckte Ziel nicht. Von insgesamt 16 Teilnehmern erreichen hier nur 4 Teilnehmer die 70% Hürde.

Parallel zu den Nasenarbeiten läuft auf dem etwa 500 m vom Basiscamp entfernten Sportplatz die Unterordnung und Gewandtheit. Das Richterteam mit Joop Meijer (NL) und Kazuhiro Sawada (JP) mit gut eingewiesenen Helfern schaffen eine angenehme Atmosphäre und insgesamt zufriedene Hundeführer/innen. Auch hier begeistert Christa Steinborn mit 99 Punkten „vorzüglich“. Peter Schüler erreicht 97 Punkte. Unsere westfälische Teilnehmerin Sabrina erreicht sehr gute 91, Claudia gute 87.

Nach den organisatorisch hervorragenden Vorbereitungen war die dreisprachig übersetzte Siegerehrung erwartungsgemäß festlich gestaltet Der Einmarsch der Teilnehmer mit den verschiedenrassigen Hunden und ihren Nationalfahnen leitet die Abschlussfeier ein.

Aufmerksam nehmen alle die Abschlussworte des Veranstalters mit dem Dank an sein großartiges Team zur Kenntnis. Höhepunkt ist dann die Herausstellung der Sieger und Platzierten für jede Sparte und die Mannschaft mit Verleihung der Pokale und Abspielen der Nationalhymnen.

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Mit nur zwei Punkten Differenz nimmt Christa Steinborn die Ehrung als Vizeweltmeisterin durch den Bürgermeister von Caselette entgegen. Ein großartiger Erfolg nach ihrer beeindruckenden Präsentation und nach dem Sieg im Vorjahr.

Mit der Schlussansprache von Markus Bock wird die IRO Fahne symbolisch an die österreichische Delegation als Ausrichter der IRO-WM 2017 übergeben.

Die 22. IRO-WM ist damit beendet.

Walter Hoffmann

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