Von vielen diskutiert wird mein Bericht über den Begriff Leistung in der Zucht des Deutschen Schäferhundes.

*       Er soll nun  in gekürzter Form auf meiner HP veröffentlicht werden. Es gibt dazu viele Impulse und Denkanstöße.

*       Möge es gelingen, das Thema zum Wohle unserer gemeinsamen Sache in den Vordergrund zu stellen.

 

„Sind wir auf dem richtigen Weg?“

Entwicklungen und Konsequenzen
aus überregionaler Auslese im 

Ausstellungs- und Prüfungsbereich

von
Walter Hoffmann

unter Mitwirkung von Karl-Heinz Baumöller

1.      Einleitung

      Unser nun über 100 Jahre alter Verein für Deutsche Schäferhunde pflegt mit viel Engagement und straffer Organisation Zucht und Ausbildung des in aller Welt so beliebten Deutschen Schäferhundes. Es ist dabei nicht relevant, ob wir über Ausstellungen, Körungen, Prüfungen, Pokalkämpfe, Agility-Turniere oder auch über den Bereich von Familien-, Rettungs-, Dienst- oder Blindenhund sprechen. Entscheidend ist die Tatsache, dass sich der Mensch aktiv mit dem so vielseitigen und liebenswerten Deutschen Schäferhund befasst.

Der Rückblick auf den Beginn meiner Aktivitäten in diesem attraktiven Hobby reicht über 40 Jahre zurück, eine Zeit in der die Aktivitäten zwar gleich, doch längst nicht so verbissen waren wie heute.

Vor allem der Konflikt zwischen „Formwert“ und „Leistungsqualitäten“ unseres Deutschen Schäferhundes gerät immer mehr in die Diskussion, führt oftmals zu unnötigen Auseinandersetzungen.

Mit dem ehrlichen Wunsch, diese Konflikte wieder auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und den Deutschen Schäferhund zu einem einheitlichen Standard zurückzuführen, soll die Frage „Sind wir auf dem richtigen Weg“ einmal analysiert werden. Es sei dabei zugegeben, dass die Sichtweise geprägt ist durch 40 Jahre aktiven Leistungssport bis hin zur 6-maligen Teilnahme an der Bundessiegerprüfung und der Gewinn der WUSV Europameisterschaft 1979.

Umfangreiche Recherchen verdanke ich dabei Herrn Karl-Heinz Baumöller, Großheide, selbst langjährig sehr aktiver, erfolgreicher Züchter und Hundeführer im SV.

 

2.      Grundlagen

2.1   Die Satzung

Grundlage für alle Aktivitäten im Verein ist die vereinsrechtlich verankerte Satzung des SV. Hier wird unter § 3 (2) Zweck und Aufgaben im wesentlichen die Vereinslenkung beeinflusst. Die Aufgaben sind klar definiert. Unbestritten ist dabei zu erkennen, dass unser SV vom Beginn an die Gebrauchstüchtigkeit des Deutschen Schäferhundes in den Vordergrund stellt.

Im § 4 werden Zuständigkeiten und die Rechtsgrundlage beschrieben. Die vom Verein erlassenen Ordnungen sind Grundlage für die Zucht und Ausbildung des Deutschen Schäferhundes. Für unsere Betrachtungen sind von besonderer Bedeutung die „Körordnung“ und die „Richterordnung“, denn hier wird das Fundament gelegt für einen klaren, ehrlichen Umgang mit dem Standard, ohne Kompromisse, Annahmen und Stellungen im Verein. Mit aller Konsequenz betrachtet sind hier vielschichtige Ursachen für Konflikte geboren.

Die Akzeptanz von Übergröße oder medizinischen Manipulationen, Fehlein- schätzungen auf Schauen und Körung, schlampige oder ungerechtfertigte Vergabe von Ausbildungskennzeichen, sowie irgendwelche Unkorrektheiten in der Zucht (falsche Angaben, die zumindest teilweise inzwischen durch DNA-Tests eingedämmt worden sind) führen zu schwerwiegenden Verlusten in einem verantwortungsvoll geführten Verein. Nur die Beachtung aller Kriterien bringen ein gutes Fundament in der Zucht, lassen verlorengegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen.

2.2  Das Internationales Spektrum

 Die Aktivitäten innerhalb des SV werden international sehr aufmerksam beobachtet. Die vom SV gelenkte und verwaltete WUSV richtet sich im wesentlichen nach den Standards des SV aus und folgt den dortigen Beschlüssen. Im internationalen Spektrum ist somit dem SV eine besondere Aufmerksamkeit in der Wahrung der Standards auferlegt.

2.3
  Der Züchter im SV

Um den Begriff Leistung für den Züchter im SV konkret darzustellen werden zunächst die verschiedenen Gesichtspunkte der Züchter analysiert. Hier betrachten wir zum einen die Formwertzucht (fälschlicherweise Hochzucht genannt) zum anderen die Leistungszucht. Einen relativ geringen Anteil nehmen dabei die Züchter ein, die sich nach keinem der beiden Kriterien im wesentlichen richten. Sie sollen hier als „Neutral“ herausgestellt werden

Die „Hochzucht“ definiert die maximal züchterische Auswertung einer Haustierrasse –hier unser Deutscher Schäferhund- bis hin zur Vollkommenheit. Dazu gehören freilich auch genetisch gefestigte Gebrauchshundeigenschaften.

Der Anteil der Hunde aus der Formwertzucht liegt bei etwa 65–70%, der der Leistungshunde bei etwa 20-25% und die als „neutral“ bezeichneten Züchter bei rd. 10%. Die Mehrzahl der Nachkommen stammen somit aus den Formwertzuchtlinien.

Schon deshalb muss es im Interesse der Ortsgruppen und deren Fortbestehen liegen darauf zu achten, dass auch bei intensivster Beachtung des Formwertes Hunde gezüchtet werden, die modernen Leistungsansprüchen genügen. Niemand will dabei erwarten, dass den Ausstellern „hohe Punktzahlen“ abverlangt werden oder der leistungsorientierte Züchter einen „im Formwert mit V bewerteten Hund“ besitzen muss. Unbestritten ist jedoch die Tatsache, dass auf beiden Seiten eine standardgemäße Mindestanforderung Zuchtvoraussetzung bleiben muss.

Besonders festzustellen ist in unserer Zeit, dass sich in jedem Betrachtungsumfeld eine eigene Vermarktung, ein eigener Kundenstamm, eine eigene Interessensgruppe ausgeprägt hat.

2.4   Rassekennzeichen

Besonderes Merkmal widmen wir dem "Rassekennzeichen". Hier wird der Standard definiert. Grundsätzlich ist festzustellen, dass sowohl im Hochzucht- als auch im Leistungsbereich die Rassekennzeichen eingehalten werden. Im Besonderen werden hier definiert das "Erscheinungsbild" und das "Wesen"

2.5   Das Aktionspotential / Die Reizschwelle

Die Definition des Aktionspotentials ist weithin bekannt. Auf jeden Fall ist es von besonderer Bedeutung, dass in der Zucht der Deutschen Schäferhunde auf die mittlere Reizschwelle geachtet wird.

Besonders in der Zeit hochgradiger Sensibilisierung der Umwelt sollten hier keine Fehler in der Zucht gemacht werden. Nur der Hund mit mittlerer Reizschwelle, der selbstsicher, unbefangen und nervenfest ist verhält sich gutartig und hat die Akzeptanz für die Zukunft. Fehlzuchten führen oftmals zu schlimmen Folgen.

3.    Entwicklung

3.1             Mitgliederzahlen

Über die Mitgliederentwicklung  in unserem Verein hat die HG ausführlich berichtet. Wer Interesse an diesen Zahlen hat möge sich informieren über die Homepage des SV und die aktuellen Rundschreiben.

Der Rückgang von ehemals rd. 100.000 Mitgliedern auf nun rd. 70.000 ist zwar bedauerlich, doch entspricht er durchaus dem allgemeinen Trend von Vereinszugehörigkeiten. Auch die erschwerten Haltungsbedingungen, steigenden Kosten für die Hundehaltung, Hundeverordnungen u.v.a.m. führen zum Mitgliederrückgang. Damit müssen wir umgehen können.  

3.2             Teilnehmer Bundessiegerzuchtschau (BSZS)  

Die konstante Steigerung der Teilnehmerzahl an der größten Hauptvereinsveranstaltung, der BSZS, wird temporär beeinflusst von Problemen bei der Veranstaltung, von Tollwutsperren und andere Einflüsse. Zu keiner Zeit lag es jedoch an Richtern oder Schutzdienstleistungen, die wesentlich zu der Resonanz beigetragen haben. Das große Ziel lockte doch immer wieder die Aussteller zur BSZS, auch wenn die Anforderungen angezogen wurden.

Es dürfte in diesem Zusammenhang auch völlig gleichgültig sein, wer den Schutzdienst auf der BSZS abnimmt. Drohungen eines Boykotts verliefen im Betrachtungszeitraum immer im Sande.

Bemerkenswert an den Diagrammen ist die hohe Steigerung der letzten Zeit gegenüber der Trendkurve, trotz verschärfter Anforderungen im Schutzdienst.

3.3             Teilnehmer Bundessiegerprüfung (BSP) / WUSV Weltmeisterschaft  

Die Tendenz der Teilnehmerzahl an der BSP und seit 1975 auch der Europa- bzw. seit 1988 der Weltmeisterschaften steht unter starkem Einfluss des SV / der WUSV und seiner Gremien. Durch die Festlegung der Zulassungskontingente sind hier konkrete Ziele beeinflussbar.

Unter derzeitigen Voraussetzungen sind die Teilnehmerzahlen an beiden Veranstaltungen sowohl für die Organisationen als auch für die Richter und vor allem die Schutzdiensthelfer eine hohe Belastung an Konzentration und Kondition

 

 


3.4
       Der Deutsche Schäferhund

Die Entwicklung der Hunderassen allgemein, die des Deutschen Schäferhundes in den vergangenen 100 Jahren im Besonderen war bis in die 70-er Jahre recht konstant und basierte auf natürliche Gegebenheiten. Medizinische Einflüsse waren sehr begrenzt, Manipulationen selten.

Differenzierungen zwischen Ausstellungen und Prüfungen gab es immer, doch waren die Hunde wesentlich vielseitiger und vor allem im Hinblick auf höhere Anforderungen an die Ausbilder geprägt. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Anforderungen gestiegen sind. Erinnerung an die 60er Jahre:

o       SchH 3 Fährten mit spitzen Winkeln und mit Verleitung auf Wechselgelände ohne jeglichen Sichtverlauf,

o       Unterordnung mit einer 2 m hohen Steilwand (hohe Belastung des Gebäudes),

o      Schutzdiensthelfer mit abenteuerlich anmutenden Hetzmaterial. Die oftmals harte Arbeit des Helfers am Hund ist  heute (richtigerweise) undenkbar.

Trotz der damaligen hohen Anforderungen an Talent, Trieb und Belastbarkeit haben diese Hunde nicht nur die Belastungen ertragen, sondern sie waren zudem gesünder und wurden durchschnittlich älter.

Der Umdenkungsprozess in der Vorbereitung auf Prüfungen startete intensiv mit der Theoretisierung der Hundeausbildung, dem Analysieren von Wehr- und Beutetrieb, dem unsachgemäßen Gebrauch immer weiter verbesserter technischer Hilfsmittel. Dass man mit „Seminaren“ Geld verdienen kann und es auch monetären Nutzen bringt, wenn weniger gut veranlagte Hunde Prüfungen absolvieren, spricht sich schnell herum. Nun wurde die Tür geöffnet auch für die weniger gut veranlagten, weniger belastbaren Hunde. Moderne Ausbildung haben die Menschen schlecht genutzt, denn nach rein genetischen Kriterien hat sie der Rasse keinen Vorteil gebracht

Seit dieser Zeit ist die Belastbarkeit der Deutschen Schäferhunde kontinuierlich zurückgegangen. Nachfolgend dazu die Analyse.

 

4.    Analysen

4.1 Die Leistungsqualität

Die Analyse des Begriffes „Leistung“ für den Züchter beginnt Anfang der 60er Jahre.  Grundlage sind die Teilnehmer an der BSP, also Hunde, die sich durch ihre Leistungsqualitäten besonders herauskristallisiert haben. Aus welchen Blutlinien kommen diese Hunde? Die Ahnen der Teilnehmer an der BSP (Väter) sollen dazu Aufschluss geben.

 

Die Analyse von 1960 bis 1969 zeigt durchweg eine hohe Akzeptanz der Hunde von der BSZS im Verhältnis zu denen der BSP. Zu diesem Zeitpunkt waren also rd. 50 % der Nachkommen Söhne oder Töchter aus Hunden der BSZS.

Dieses Bild verändert sich leicht in den Jahren 1970 bis 1979. Es zeigt aber trotzdem noch eine große Akzeptanz der Hunde aus dem Ausstellungsbereich. Es ist bei den Hunden bis 1980 auch zu berücksichtigen, dass hier registrierte Hunde an der BSP am Start waren und ein hoher Anteil solcher Ahnen berücksichtigt werden muss, bei denen die Väter weder auf der einen noch auf der anderen Hauptvereinsveranstaltung präsent waren.

In den Jahren 1980 bis 1989 verstärkt sich der Vertrauensverlust in den Ausstellungssektor und man beginnt im Leistungsbereich eigene Linien aufzubauen. In zunehmenden Maße werden sogenannte „Leistungshunde“ trotz der angeblichen anatomischen Mängel zunehmend zur Zucht verwendet.

Von 1990 bis heute hat sich diese Ausprägung erheblich verstärkt. Die Züchter im Leistungsbereich verwenden ausschließlich „ihre“ Hunde aus der Leistung und finden hier die Auslese in der BSP.

Bemerkenswert hierbei ist auch die Tatsache, dass an der letzten BSP nahezu 80 % der vorgeführten Hunde angekört waren. Die Hälfte davon gehört sogar zur Körklasse 1. Also können diese Hunde auch anatomisch so schlecht ja nicht sein, wie oftmals von Kritikern dargestellt wird.

4.2             Die Blutlinien  

Die Blutlinientafel der Rüden von der BSZS 1967 zeigt die Vielfalt unterschiedlicher Blutlinien, aus denen die damaligen V-Hunde abstammten. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Häufung von Blut auf eine Linie. Mag sein, dass dies das große Glück der damaligen Zeit war. Zu dieser Zeit war meines Wissens auch die enge Inzucht verpönt.

Etwa Mitte der 70er Jahre begann man systematisch die Blutlinien des B-Wurfes Lierberg zu meiden und hat diese Ahnen für den Bereich der anatomischen Verbesserung verdrängt. Lediglich im Leistungsbereich taucht der B-Wurf Lierberg in der Blutlinientafel auf.

 

Die 80er und 90er Jahre brachten einen enormen Anstieg in den Anforderungen sowohl im anatomischen als auch im leistungsbezogenen Bereich. Keiner konnte dieser schnellen Entwicklung folgen, wenn er sich nicht auf eines der beiden Läger konzentrierte. So trat eine klare Spaltung der Interessen ein. Vor allem im Bereich der Formwertzucht konzentrierte man sich auf engere Inzuchten und auch nur auf wenige Blutlinien, im Besonderen hierbei genannt Canto, Quanto von der Wienerau, Mutz Pelztierfarm.  

Bis heute übrig geblieben ist die Canto- und Quanto-Linie mit einem Anteil von nahezu 80 % aller in der BSZS vorgeführten Hunde. Nur im Bereich der Leistung, und das liegt sicher in der Natur der Sache, ist die Bandbreite der Ahnen wesentlich größer. Hier hat sich erst in den letzten Jahren eine Konzentration auf einzelne Nachkommen eingestellt. Auch hier werden bereits Fehler gemacht.

Das gegenseitige Vertrauen der Züchter untereinander ist in 2 Läger gespalten. Das Aussehen der Deutschen Schäferhunde lässt dies unschwer erkennen.

 4.3     Der Vergleich

 

 

 

 

 

4.4             Der Universalgedanke

Mit der Einführung des Universalsiegers im Jahre 1997 war nun die Möglichkeit geboren, die vereinsintern mit Sorge verfolgte Entwicklung aufzuhalten, ja vielleicht sogar zu verbessern. Wie schwer die Umsetzung eines solchen Gedankens ist, geht schon aus der geringen Teilnahme derer hervor, die sich in beiden Bereichen qualifizieren.

Und trotzdem, ist es ein Weg in die richtige Richtung. Nicht nur, dass der Teilnehmer an der BSZS seine Qualität als Leistungshund unter den Besten unter Beweis stellt, sondern auch die Tatsache, dass mit der Einführung des Universalsiegers wieder altes Blut in die Blutlinientafel zurückkehrt.

Ist es eine große Chance? Auf jeden Fall ist der „Universalgedanke“ ein Schritt in die richtige Richtung. Ob er genügt, wird die Zukunft zeigen.

5.    Auftrag für den Züchter

5.1             Grundgedanken

Keinesfalls kann unser Ziel sein, in bisher praktizierter Form den Deutschen Schäferhund zu präsentieren und zu vermarkten. Finanzielle Aspekte mögen wichtig sein, dürfen sich jedoch nicht zum Leitgedanken steigern. Mit einem gezielten Blick in die Zukunft gilt es Akzeptanz zu gewinnen in der Öffentlichkeit und vor allem bei denen, die sich einen Deutschen Schäferhund zulegen wollen.

Nur wenn es gelingt, ein einheitliches Bild und freilich eine standardisierte, einheitliche Qualität zurückzugewinnen, werden sich auch Erfolge bei allen einstellen.

Was trennt uns vorrangig?

Die Gegenüberstellung lässt schnell erkennen, dass eine Anpassung wesentliches Umdenken erfordert. Die SV-Verantwortlichen (Vorstand, Körmeister, Zucht- und Leistungsrichter) sind im wesentlichen gefordert, um auch insgesamt wieder mehr Akzeptanz zu finden.

Der Auftrag für den Züchter ist eindeutig, und zwar die nicht auf finanziellen Gewinn ausgerichtete Zucht des Deutschen Schäferhundes als Gebrauchshund voranzutreiben.

5.2             Leitgedanken für die Zukunft

Voraussetzung für die Umsetzung neuer Ideen, Gedanken zu innovativem Handeln kann trotz der aufgezeigten Gegensätze nur der Erhalt eines Deutschen Schäferhundessein. Wer eine Trennung im Sinn hat, vertritt ohne Rücksicht auf Grundsätze des Vereins etwas falsches. Das kann unser Aller Ziel nicht sein.

Die Talente des Gebrauchshundes in der Fährtenarbeit, in der Unterordnung und im Schutzdienst, sowie im Dienst am Menschen sind unverzichtbar.

Um den Auftrag für den Züchter zu definieren muss man erst einmal heraus kristallisieren, was uns denn nun trennt, wenn man von Formwert und von Leistung spricht. Auf der einen Seite ist die Rücksicht auf Anatomie und Aussehen zweitrangig, auf der anderen Seite ist man bestrebt, das Gebäude zu verbessern, was immer das auch bedeuten mag.

Eine konsequente Überprüfung des Schutzdienstes allein reicht nicht. Mit dem vernachlässigen von Talentförderung für eine freiwillige, zielstrebige und fährtenfeste Nasenarbeit, eine arbeitsfreudige Unterordnung und das notwendige Triebverhalten nebst Schwierigkeit im Schutzdienst werden züchterische Fehler gemacht, die dem Deutschen Schäferhundes schaden.

 

6.  Der richtige Weg?

6.1             Förderung des Universalgedankens

All denen, die ständig versuchen, den Deutschen Schäferhund in zwei Populationen zu trennen muss klar sein, dass dies niemals der Grundgedanke für eine einheitliche Rasse sein darf und vor allem hätte eine derartige Denkweise mit Sicherheit keine Zukunft. Wir sollten vielmehr kontinuierlich daran arbeiten, den gemeinsamen Weg zu intensivieren. Niemandem ist damit gedient, wenn auf der einen Seite im Formwert hoch bewertete Hunde nur noch beschränkte Leistungsqualitäten aufweisen und auf der anderen Seite die sogenannten Leistungshunde im Formwert nicht mehr dem Rassestandard entsprechen.

Mit der Einführung des Universalgedankens hat der SV einen guten Schritt in die richtige Richtung getan. Wir haben heute schon viele Kkl. 1 Hunde auf der Bundessiegerprüfung und Bundessieger-Zuchtschau. Wünschenswert wäre sogar, dass all die Hunde der Kkl. 1 von der Bundessiegerprüfung auch den Mut aufbringen könnten, den Universalwettbewerb durch ihre Teilnahme an der Bundessieger-Zuchtschau zu untermauern.

Es ist auch festzustellen, dass die Teilnehmer am Universalwettbewerb zunehmen. Ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann durch die Zucht sich das anatomische und gebrauchstüchtige Bild unseres Deutschen Schäferhundes vereinheitlicht?

6.2             Die Zuchtwertziffer

Nach doch relativ kurzer Zeit hat sich die im HD-Verfahren eingeführte Zuchtwertziffer als eine fundamentale Grundlage für die Zucht durchgesetzt. In manchen Bereichen wird die Zuchtwertziffer sogar fälschlicherweise als die einzig wesentliche Grundlage für die Auswahl der Eltertiere zugrund gelegt.

Es sei die Frage aufgeworfen, ob sich eine derartige Zuchtwertziffer für alle Kriterien der Beurteilung durchsetzen könnte. Einzelne Zuchtwertziffern für HD, Größe, anatomische Einzelheiten, Leistungsanlagen, u.a.m. ließen sich gewichten und münden in eine Gesamtzuchtwertziffer. Ein vielleicht nicht abwegiger Gedanke, der dem „kleinen“ Züchter eine sinnvoll Grundlage bietet.

6.3             Die Akzeptanz

Unser Verein ist nach wie vor durch die Hauptvereinsveranstaltungen wesentlich geprägt. Schon deshalb wird hier eine Vielzahl möglicher Zuchtpartner  herauskristallisiert. Wenn die gezielte Zucht durch die Akzeptanz beider „Populationen“ vermischt werden kann ist es eine Frage der Zeit, wann der Deutsche Schäferhund wieder eine einheitliche Darstellung erfährt. Dabei ist es völlig belanglos, ob der Schausektor auf der einen oder der Leistungssektor auf der anderen Seite sein Hobby intensiviert und seinen Hund für die Großveranstaltung vorbereitet. Der Aussteller auf der einen Seite und der leistungsorientierte Hundeführer auf der anderen Seite kann –wie es ihm beliebt- seinen Hund präsentieren, wo immer er will.

Entscheidend ist, dass der Durchschnittshund für Jedermann sowohl von seinem Aussehen als auch von der Leistungsveranlagung her Qualitäten genug aufweist, um einerseits einen körfähigen Hund zu besitzen und andererseits die Leistungsanlagen für eine Verwendung als Gebrauchshund gleich welchen Einsatzes vorhanden sind.

 

7.    Das Ziel

*        Zum Deutschen Schäferhund gehören alle Eigenschaften, die ihn zum beliebtesten Hund der Welt gemacht haben.

*        Extreme Auswüchse schaden.

*       Jeder, der gewollt oder ungewollt Mängel verschweigt und sich am manipulierten Hund (hier sind medizinische Operationen, erschlichene Prüfungen, geklebte Ohren, unkorrekte HD-Auswertungen, u.v.m. gemeint) dient nicht dem Ziel, einen vernünftigen, einen guten, einen wertvollen Deutschen Schäferhund zu züchten.

*        Was einmal durch die Zucht verloren gegangen ist, lässt sich nur schwer wiederholen.

*        Hier sollten wir eigentlich im Feld der Kynologie vor allem bei anderen Rassen Erkenntnisse geschöpft haben.

  Wir alle –vor allem jedoch
die Züchter und Funktionäre- sind gefordert,
ob in Deutschland oder irgendwo in der Welt.

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